Montag, 15. April 2024
Notruf: 112

Feuerwehreinsätze der Gemeindefeuerwehr Worpswede bei der Hochwasserlage in der Gemeinde Lilienthal

Im Allgemein nimmt die Freiwillige Feuerwehr seit Heiligabend folgende Aufgaben bei der

Hochwasserlage wahr:
1. Rettungseinsätze: Rettung von Menschen durch Evakuierung aus überschwemmten Gebieten.
2. Pumpeneinsätze: Um überflutete Gebiete zu entwässern, werden Pumpen eingesetzt, um Wasser
abzuleiten und die Wassermenge zu reduzieren.
3. Hochwasserschutzmaßnahmen: Temporäre Schutzmaßnahmen, wie das Aufstellen von
Sandsäcken, um den Wasserstand zu kontrollieren und gefährdete Bereiche zu schützen.
4. Verkehrslenkung und Sicherheit: Unterstützung bei der Verkehrslenkung durch Straßensperrungen
oder Umleitungen, um die Sicherheit der Bevölkerung zu gewährleisten.


5. Ressourcenplanung: Koordinadon gemeinsam mit anderen Rettungsdiensten, wie DRK, THW,
Polizei und anderen Organisationen und privaten Helfern, um Ressourcen effektiv einzusetzen.
Die Ortsfeuerwehr Worpswede wurde bereits am 24.12.2023 um 10:00 h zur Straße „Vor
Weyerdeelen“ in Worpswede gerufen. Hier sammelte in den Freiflächen Wasser und drohte das
Wohngebiet zu überfluten. Man pumpte das Wasser in die gegenüberliegende Fläche und versuchte
die unter der Straße verlaufende Entwässerung frei zu spülen. Ab 17:00 h übernahm dann das THW
mit eigenen Pumpen, um die Kapazitäten der Feuerwehr nicht weiter zu binden und für eventuelle
Brandeinsätze gerüstet zu sein.
Auch in der Ortschaft Lilienthal habe die Ortsfeuerwehr bereits mit dem Abpumpen von Hochwasser
aus der Wörpe begonnen. Die Pumpen wurden noch in der Nacht zur Straße „Am Zollpfad“ verlegt.
Am 25.12.2023 wurde die Gemeindefeuerwehr Lilienthal mit Ihren 5 Ortsfeuerwehren alarmiert, um
im Schichtbetrieb Deichsicherungsmaßnahmen durchzuführen und die Bewohner der gefährdeten
Bereiche zu warnen. An der Wörpe zwischen „Klosterstraße“ und „Fritz-Gagelmann-Weg“ wurden...


Sandsäcke verbracht. Die 7 Feuerwehren der Gemeinde Worpswede soll bei verschiedenen
Einsatzlagen dazu alarmiert werden, um die Einsatzbereitschaft sicher zu stellen, bei
Lageverschärfung wird auch nachalarmiert.
Am 26.12 spitzt sich die Lage in Höhe „Stadskanaal“ zu, hier ist der Deichbruch nicht ausgeschlossen.
Feuerwehren und sonstige Organisationen sind jetzt mit allen Kräften an der Deichsicherung, sprich
Sandsäcke zu verbringen, um einen Durchbruch zu verhindern. Die Lage ist dynamisch und die
Pegelstände steigen weiter. Es findet eine Lagebesprechung unter Leitung von Kreisbrandmeister Jan
Hinken statt. Die Kreisfeuerwehr Osterholz besteht aus 7 Gemeindefeuerwehren mit 52
Ortsfeuerwehren. An der Feuerwehrtechnischen Zentrale in Pennigbüttel verfügt sie über ein
Dienstleistungs- und Kompetenzzentrum sowie über Sonderfahrzeuge. Eines davon ist der ELW 2,
dass von der Fachgruppe Information und Kommunikation am Einsatzort zur Verfügung steht und sich
z.B. um die Koordination und Abwicklung des Funkverkehrs kümmert. Die Gemeindebrandmeister der
Kreisfeuerwehr stellen einen Schichtplan mit festen Zeiten auf, um die Gemeinde Lilienthal zu
unterstützen. Aus der Gemeinde Worpswede fahren das LF und MTW aus Hüttenbusch und der
GWLogistik aus Neu Sankt Jürgen nach Lilienthal. Die Schwerpunkfeuerwehr aus Worpswede wird bei
allen anderen Einsätzen mit alarmiert, um die Verfügung sicher zu stellen.
Am 27.12.2023 werden die Einsatzorte permanent priosiert. Besonders betroffen sind die Bereiche
und anliegende Straßen um den „Zollpfad“, „An der Wörpe“, „Am Holze“, „Stadskanaal“, der
„Mühlendeich“ im Bereich „Brauereiweg“ und „Mehlandsdeichweg“. In der Straße „Zollpfad“ wurde
die Strom- und Gasversorgung abgestellt. Der Pegel der Wörpe ist in den letzten 24 Stunden um 15
cm gestiegen, die Wümme bei Borgfeld führt extremes Hochwasser, der Pegelstand ist 1 Meter höher
als normal. Die Gemeinde Lilienthal bereitet die Turnhalle in der „Ostlandstraße“ als Notunterkunft
vor. Nachmittags kommt es zum Deichriss im Bereich des „Mehlandsdeichweges“, die Bewohner
werden durch die Einsatzkräfte evakuiert. Der Straßenbahnverkehr der Linie 4 wird eingestellt. Der
Deich kann aufgrund der Durchweichung nicht noch weiter durch Sandsäcke erhöht werden. Aus
dringenden Sicherheitsgründen werden in der Nacht der Bereich „Stadskanaal“, „Arpsdamm“, „Am
Mühlendeich“ sowie Teilbereiche der Hauptstraße geordnet evakuiert. Die Bewohner werden im
Shuttlebusverkehr zur Turnhalle in der „Ostlandstraße“ gebracht, viele Bewohner konnten aber auch
bei Freunden, Bekannten oder Verwandten unterkommen. Nach der vollständigen Evakuierung
wurde das Gebiet durch die Stadtwerke OHZ stromlos gestellt. Aus der Gemeinde Worpswede sind
heute von 06:00-14:00 Uhr 13 Feuerwehrleute (SB) eingeteilt. Aufgrund der Lage werden 20
Feuerwehrleute (SB) nach alarmiert, die sich um 07:45 Uhr am Feuerwehrhaus in Worpswede treffen.
Zusätzlich ist die Drohnengruppe der Ortsfeuerwehr Neu St. Jürgen von 08:30 - 19:00 Uhr mit 2
Kräften vor Ort. Um 10:15 h werden weitere Feuerwehrleute (SB) nachalarmiert aus den Ortscha􀅌en
Hüttenbusch, Mevenstedt und Schlußdorf in Marsch gesetzt. Die Schwerpunkfeuerwehr Worpswede
stellt den Brandschutz in der gesamten Gemeinde sicher. Der Ortsbrandmeister aus Worpswede lädt zu einer
Lagebesprechung ins Feuerwehrhaus Worpswede ein. Zum anhaltenden Dauerregen werden für den
nächsten Tag noch Sturmböen der Stärke 8-9 erwartet.
Die Lage entspannt sich auch am 28.12.2023 nicht. Es wird davon ausgegangen, dass die
Hochwasserlage noch einige Tage andauert. Die Gemeinde Lilienthal erlässt ein Brennverbot für
pyrotechnische Gegenstände der Kategorie F2 im gesamten Gemeindegebiet für den 31.12.2023 und
01.01.2024 um die dadurch verursachten Einsätze der Re􀆩ungsdienste zu vermeiden. Um die
Entwicklung des Wasserstandes genauer überblicken zu können, werden weitere Pegelmesspunkte
eingerichtet. Die Feuerwehr errichtet auf dem „Brauereiweg“ sowie dem „Jan-Reiners-Weg“ bis zur
Querung der „Falkenberger Landstraße“ einen dreilagigen Schutzwall aus Sandsäcken. Auch die
Drohnengruppe der Ortsfeuerwehr Neu St. Jürgen ist wieder von 08:30-18:00 Uhr mit 3 Kräften im
Einsatz
Am 29.12.2023 wird durch die Feuerwehren und das THW eine Schutzbarriere mithilfe von Bigbags in
der Straße „Stadskanaal“ errichtet. Landwirte transportieren die mit 1,2 t Sand befüllten Behältnisse
zur Einsatzstelle. Mit dieser Barriere wird die großflächige Ausbreitung in den Ortskern Lilienthals. Um
21:00 Uhr treffen sich 30 Feuerwehrleute (SB) aus Hüttenbusch, Mevenstedt, Neu St. Jürgen,
Ostersode, Waakhausen und Worpswede am Feuerwehrhaus in Worpswede um von 22:00 - 06:00
Uhr in Lilienthal zu unterstützen. Eingesetzt werden 3 MTW aus Hüttenbusch, Neu St. Jürgen und
Worpswede sowie das LF aus Hüttenbusch und der GW-Logistik aus Neu St. Jürgen. Kreisbrandmeister
Jan Hinken hält eine Lagebesprechung in der Feuerwehrtechnischen Zentrale in Pennigbüttel ab. Es
werden aufgrund der ungünstigen Entwicklung und Prognosen weiteren Hilfsmaßnahmen mit
Schichten bis zum 07. Januar 2024 eingeteilt.
Am 30.12.2023 müssen auf dem Deich einige Bäume gefällt werden. Die Deiche sind so aufgeweicht,
dass sie die Bäume beim jetzt auffrischenden Winden nicht halten können und dann beim Fallen
große Löcher reißen. Die Gemeinde Lilienthal spricht ein offizielles Betretungsverbot der Deiche und
deichnahen Bereiche aus. Die Lage ist statisch und als präventive Maßnahme wird in der Straße
„Mühlendeich“ zwischen „Brauereiweg“ und „Beim Spieker“ ein ca. 800 m langer, mobiler Deich
errichtet. Er besteht aus jeweils 25 m langen, zunächst mit Luft gefüllten Elementen, die bei einer
Lageverschärfung kurzfristig mit Wasser befüllt werden können und so einen stabilen Schutz bilden.
Dieser kam in der Nacht aus Baden-Württemberg. Für diese Maßnahme wird aus dem „Mühlendeich“
eine Einbahnstraße, Fahrzeuge müssen entfernt und auf dem Parkplatz am „Schoofmoor“ verbracht
werden. Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Deichlinie des „Jan-Reiners-Weg“.
Am Einsatzabschnitt „Stadskanaal“ hat sich laut THW-Fachberater der Deich stabilisiert und es
besteht die Chance auf eine Instandsetzung, indem unter Anleitung des THW defekte Sandsäcke
ersetzt und eine Drainage verlegt wird. Das THW baut ein Einsatzgerüstsystem auf und hat
anschließend mit Deichbaumaßnahmen begonnen. Ziel ist es, dass im Laufe des Tages viele
Anwohner wieder in ihre Häuser zurückkönnen. Beim Einsatzabschnitt Otterdurchlass pumpt das
Wasserfördersystem aus Brake aktuell 8.000l/min in die nahen Weideflächen, um Entlastung zu
schaffen. An der Wörpebrücke in der „Klosterstraße“ wurde ein mobiler Pegel installiert, der alle 15
min eine Messung durchführt. Heute um 07:00 Uhr lag er bei 346 cm, gestern um 20:00 Uhr noch bei
353 cm.
Am 31.12.2023 wird aufgrund der gesunkenen Pegelstände im Bereich „Mehlandsdeichweg“ die
Evakuierung vorerst aufgehoben. Das Gesundheitsamt in OHZ gibt bekannt, dass das Trinkwasser
unbedenklich ist, man es aber, wie nach einem Urlaub, einen Augenblick laufen zu lassen. Um 13:00
Uhr treffen sich wiederum 30 Feuerwehrleute (SB) aus Hüttenbusch, Mevenstedt, Neu St. Jürgen,
Schlußdorf, Waakhausen und Worpswede am Feuerwehrhaus in Worpswede um von 14:00 - 22:00
Uhr in Lilienthal zu unterstützen. Eingesetzt werden 3 MTW aus Hüttenbusch, Neu St. Jürgen und
Worpswede sowie das LF aus Hüttenbusch und der GW-Logistik aus Neu St. Jürgen.
Am 01.01.2024 wird auch die Evakuierung in Teilbereichen des „Stadskanaal“ aufgehoben. Es betrift
das Gebiet, das durch die Bigbags geschützt wurde. Das war aber aus technischen Gründen nicht
überall möglich und dort bleibt auch die Gas- und Stromversorgung abgeschaltet.
Am 02.01.2024 entspannt sich die Lage derart, dass der Kreisbrandmeister die eingesetzten Kräfte auf
10 Feuerwehrleute (SB) pro Gemeindefeuerwehr reduziert und die geplanten Nachtschichten
entfallen. Selbstverständlich kann eine Bereitschaschaft jederzeit alarmiert werden. Die Ortsfeuerwehr
Neu St. Jürgen wird von Gemeindebrandmeister Timo Kück für den 05. Und 07.01.2024 zur
Unterstützung in die Gemeinde Lilienthal mit LF und MTW abkommandiert, den Brandschutz
übernimmt die Schwerpunktfeuerwehr Worpswede.
Die Hochwassersituation an der Wörpe und entlang der Wümme in Lilienthal ist weiterhin
angespannt, eine Entwarnung ist nicht in Sicht.
Die hohen Wasserstände locken viele Menschen an,
diese gefährden die Sicherheit der Deiche und behindern die Einsatzkräfte, die freiwillig und
unentgeltlich seit Weihnachten rund um die Uhr darum kämpfen, Menschenleben und Eigentum zu
schützen. Der Landkreis OHZ verhängt zurzeit erhebliche Bußgelder bei Missachtung der
Betretungsverbote, es wird von der Polizei permanent kontrolliert. Der Katastrophentourismus ist
unbedingt zu unterlassen!

Aktuelle Informationen sind auf der Homepage der Gemeinde Lilienthal lilienthal.de/aktuelles
einsehbar.

gez. Pressesprecher Gemeindefeuerwehr Worpswede OBM Uwe Knop

 

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