Sonntag, 16. Dezember 2018
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Geschichte der Ortsfeuerwehr Neu Sankt Jürgen

Vor 1942 wurde der Feuerschutz von den Freiwilligen Feuerwehren Worpswede und Tüschendorf wahrgenommen, die mit Ihren pferdebespannten Handdruckspritzen die Brandbekämpfung vornahmen. geschichte5.jpg Den ersten regulären Feuerschutz erhielt die Gemeinde Neu Sankt Jürgen im Jahre 1935 mit

der Gründung des Feuerlöschverbandes Worpswede.
Da Kriegszustand in Deutschland herrschte, wurde von der damaligen Bezirksregierung eine Verfügung herausgegeben, wonach jede Gemeinde verpflichtet war, eine eigene Feuerwehr zu gründen.
Am 12. Februar 1942 wurde durch den damaligen Bürgermeister Johann Kück 16 eine Einwohnerversammlung einberufen und die Freiwillige Feuerwehr Neu Sankt Jürgen gegründet. Als ersten Brandmeister wählte man auf der Gründungsversammlung Martin Monsees Nr. 12. Ihm standen 22 Feuerwehrmänner sowie 7 Ersatzkräfte zur Verfügung.
Trotz der Gründung einer eigenen Wehr war man weiterhin auf die Worpsweder
Feuerwehr angewiesen, denn es fehlten die Geräte.
Die ersten eigenen Geräte zur Brandbekämpfung erhielt die Gemeinde nach Ende des
2. Weltkrieges von den Alliierten. Die war ein eisenbereifter TSA (Tragkraftspritzenanhänger), eine TS 8 und Schlauchmaterial.
Nun war die Feuerwehr zwar mit Geräten ausgerüstet, es fehlte jedoch an Feuerwehrmännern, da viele Kameraden nicht aus dem Krieg zurückgekehrt waren.

Das Amt des Gemeindebrandmeisters wurde von Alfred Schröder 1946 übernommen,
der dieses bis zum Jahre 1960 ausführte. Zu einer schlagkräftigen Feuerwehr gehört technisches Gerät. So wurde im Jahre 1947 ein Kraftwagen beschafft, der jedoch nicht fahrbereit war. Dieser wurde unter Mitwirkung der eigenen Kameraden in unermüdlicher Arbeit zu einem einsatzbereiten Fahrzeug ausgebaut. geschichte1.jpgDie Ersatzteile wurden durch gute Beziehungen beschafft. Da zu dieser Zeit das Geld wertlos war, wurden die Ersatzteile mit Naturalien, sprich Eier und Speck, bezahlt. Da es der Feuerwehr untersagt war, eine eigene Kasse zu führen, wurde auf dieser Versammlung der Verein „Freunde und Gönner der Feuerwehr“ gegründet, aus dem 1949 der Heimatverein Neu Sankt Jürgen entstand.
Im Jahre 1949 bekam die Feuerwehr Neu Sankt Jürgen von Johannes Spanke aus Hüttenbusch eine DKW Tragkraftspritze geschenkt.
1951 wurde das erste Gerätehaus auf dem Grundstück Dorfstraße 20 unter einem großen Aufwand an Eigenleistung errichtet.
Die Tagkraftspritze wurde 1954 durch eine neue TS 8 Balke Tragkraftspritze ersetzt.
Im Jahre 1958 wurde der alte Gerätewagen durch ein neues Opel Löschfahrzeug , ein LF 8, ersetzt. Dieses Fahrzeug wurde im fortgeschrittenen Alter liebevoll OMA genannt.

fahrzeug_oma.jpg
Auch in der Gemeinde Überhamm hatte man versucht, eine Feuerwehr aufzubauen.
Dies geriet jedoch auf Grund finanzieller Schwierigkeiten ins Stocken. Im Jahre 1955 bat man daher die Gemeinde Neu Sankt Jürgen zur Übernahme des Feuerschutzes. Am 29. Februar 1956 beschloss der Gemeinderat dann einstimmig die Übernahme des Feuerschutzes in der Gemeinde Überhamm zum 01.04.1956. Der Vertrag wurde auf drei Jahre geschlossen und sollte sich stillschweigen von Jahr zu Jahr verlängern.
Durch die Übernahme des Brandschutzes in Überhamm reichten die vorhandenen Geräte nicht aus. gechichte3.jpg
Es musste ein zweite Tragkraftspritze und ein Tragkraftspritzenanhänger angeschafft,
sowie das Schlauchmaterial ergänzt werden.

Im Jahre 1968 wurde der Tragkraftspritzenanhänger durch die Anschaffung eines zweiten Fahrzeuges, ein Löschgruppenfahrzeug LF 8 vom Typ Opel Blitz, ersetzt.
1968 wurde das neue LF 8 angeschafft, ferner wurde auf dem Dachboden im damaligen Feuerwehrhaus ein Schulungsraum hergerichtet. In seine Amtszeit fiel auch im Jahre 1974 die Gebietsreform. Hier traten doch gravierende Änderungen auch im Feuerlöschwesen ein. Hatte vor dieser Zeit jeder Ort für sich geplant, denkt und plant man seit dieser Zeit für die ganze Gemeinde Worpswede.
Aufgabenbereiche wurden neu verteilt, so dass die Ortsfeuerwehr Neu Sankt Jürgen für Hilfeleistungen und Ölschadensbekämpfung ausgerüstet wurde.
Durch immer neue Aufgaben in der Feuerwehr reichten auch die uns zur Verfügung stehenden Räumlichkeiten nicht mehr aus, so dass erstmalig 1976 über Lösungen zum Umbau bzw. Neubau eines Gerätehauses nachgedacht werden musste.
Im Jahre 1978 war es dann soweit und das neue Feuerwehrgerätehaus wurde auf dem Gödeckschen Grundstück errichtet. Diese Anlage besteht zum einem aus einer Fahrzeughalle mit drei Einstellboxen, zum anderen aus Kommando-, Dorfgemeinschafts- und Schulungsraum, Küche sowie sanitären Anlagen. Dies alles konnte nur durch erhebliche Eigenleistung ermöglicht werden.
Auch der Fahrzeugpark hat sich in den folgenden Jahren erheblich verändert. Die Technik hat sich rasant weiterentwickelt und auch bei der Feuerwehr nicht halt gemacht. Im Jahre 1976 wurden die Feuerwehrfahrzeuge mit Funk ausgerüstet, in den folgenden Jahren wurden Funkmeldeempfänger zur stillen Alarmierung beschafft, Atemschutzgeräte wurden notwendig auf Grund der beim Brand freigesetzten Atemgifte.
Auch auf Grund der Verlagerung der Einsätze auf Hilfeleistungen im technischen Bereich, hier vorwiegend Verkehrsunfälle und Ölunfälle, musste in den Feuerwehren umgedacht werden.
So wurde im Jahre 1983 für das altersschwache LF 8 Baujahr 1958 ein Gerätewagen GW-Z beschafft, der fast ausschließlich zur Hilfeleistung eingesetzt wird.
Ausgerüstet unter anderem mit einer Light- Water- Anlage, Pressluftatmer, Notstromaggregat, Beleuchtungsgeräten, Hebekissen, Geräte zur Ölschadensbekämpfung, Motorkettensägen und weiteres technisches Gerät ist dieses Fahrzeug sehr umfangreich bestückt.

Im Jahre 1988 wurde das LF-Fahrzeug Opel Blitz Baujahr 1968 ebenfalls ausgemustert
und durch ein neues Löschgruppenfahrzeug Mercedes Benz -Aufbau Barchert- ersetzt.
Dieses Fahrzeug wird fast ausschließlich zur Brandbekämpfung eingesetzt.
Als weiteres wurde 1998 ein Ölschadenanhänger beschafft, auf dem sich Geräte für Hilfeleistungen bei Ölschäden befinden.
Des Weiteren steht der Ortsfeuerwehr seit Jahren ein Einsatzleitwagen zur Verfügung.
Dieses Fahrzeug wurde von der OF selber gekauft (bisher das Dritte) und steht zum größten Teil der Jugendfeuerwehr zur Verfügung.

Auch in der Kreisbereitschaft ist der GW-Z im 3. Zug fest integriert.
geschichte4.jpg

Zu den wohl nennenswertesten Brandeinsätzen zählen bisher:

1942 Torfwerk, Werkhalle
1950 Heitmann 27 a, Scheune
1961 Schnaars, Dorfstr.2, Scheune
1961 Monsees, Dorfstr. 12, Scheune
1961 Meyer, Dorfsr. 25, Scheune
1963 Postels ,Wohnhaus
1968 Struß, Dorfstr. 21, Schweinestall
1976 Heinemann, Rabienstr. Wohnhaus
1976 Bellmann, Überhamm ,Wohnhaus
1976 Lütjen, Dorstrasse 8, Scheune
1981 Schnackenberg, Dorfstr. 18, Schuppen
1981 Renken 11, Zimmerbrand
1982 Blanken 45, Scheune
1982 Ohlrogge, Dorfstr. 16,Wohnhaus
1983 Mehlhorn, Barkenweg, Wohnhaus
1989 Windler, Am Kniependamm, Wohnhaus
2001 Rathausbrand Worpswede
2006 König, Schiffgraben 7, Neu Sankt Jürgen
2012 Wohnhausbrand, Mevenstedt
2016 Don Capone, Worpswede



Die Ortsfeuerwehr war unter anderem Ausrichter der Kreisjugendzeltlager 1975, sowie
der Bezirkszeltlager der Regierungsbezirks Stade 1977 und des Bezirkslagers des
Regierungsbezirks Lüneburg 1984
Weit über die Kreisgrenzen bekannt ist seit 1949 die Ortsfeuerwehr durch ihre zahlreichen
Erfolge bei den Wettbewerben auf Gemeinde-, Kreis-, Bezirks- und Landesebene. Waren es früher Hinderniswettbewerbe waren, sind es heute Leistungswettbewerbe, die durchgeführt werden. Zahlreiche Pokale zeugen von den vielen Erfolgen auf Wettkampfplätzen aber auch von sehr großem Kameradschaftsgeist. Die größten Erfolge konnte die OF mit Ihrer Teilnahme an den Landesentscheiden in Northeim 1999 Wertungsgruppe 2 Platz 5, sowie in Diepholz 2001 Platz 15 aufweisen.
Seit Jahren nimmt die OF am internationalen Feuerwehrtreffen teil, die in ganz Europa stattfinden.
Fester Bestandteil ist auch der jährliche Kameradschaftsabend am 2. Sonnabend im Dezember neben Grillfesten und Fahrradtouren.

Brandmeister     Stellvertretter  
 1942 - 1945  Martin Monsees Nr. 12  1942 - 1946  Hinrich Grimm Nr. 38 
 1945 - 1956  Johannes Michaelis Nr. 24a  1946 - 1960  Johann Kück 4
 1956 - 1960  Alfred Schröder  1960 - 1975  Kurth Rahlfs
 1960 - 1975  Johann Kück 4  1975 - 1986  Christoph Meyer
 1975 - 1987  Syabbe Rabien  1986 - 1992  Heinz Stelljes Nr. 40
 1987 - 2006  Helmut Böttjer  1992 - 2004  Gerhard Kück
 2006 - heute  Jörg Böttjer  2004 - heute  Gerhard Tietjen
 

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