Sonntag, 16. Dezember 2018
Notruf: 112

Geschichte der Ortsfeuerwehr Mevenstedt

Wenn hier von Brandschutz geschrieben wird, so muss man bei dem Zeitpunkt anfangen, als die ersten Siedler ins Moor kamen. Die ersten im Moor gebauten Hütten waren sehr anfällig gegen Feuer, denn die offenen Feuerstellen waren meistens die Ursache für das Abbrennen der Hütten. Als die ersten Häuser gebaut wurden, versuchte man Abhilfe zu Schaffen. Aber auch das war nicht leicht, denn die Häuser waren mit Stroh gedeckt, und die offene Feuerstelle war geblieben. Über den Wohnzimmern und Schlafstätten (Butzen) wurde als feuerhemmendes Material Lehm verwendet. Es machte viel Arbeit, denn erst nahm man 10 cm breite Hölzer. Diese Hölzer wurden rau gemacht, mit Stroh umwickelt und sodann mit Lehm eingerieben, der vorher geschmeidig gemacht wurde, so dass vom Holz und Stroh nichts mehr zu sehen war. Diese Stücke wurden dann Stück für Stück zwischen den Balken befestigt, und zwar solange, bis der ganze Boden über der Wohnung fertig war. Dann wurden noch die Balken von unten mit Stroh und Lehm verschmiert. Als Belag kam oben noch eine Lehmschicht. Damit war etwas erreicht, was dem Feuer meistens widerstand. Auch über den Viehställen wurde dieses Verfahren angewendet, was sich als sehr wirkungsvoll erweisen sollte. Bei späteren Bränden der alten Häuser blieben die Zimmer meistens vom Feuer weitgehend verschont; auf jeden Fall aber solange, bis das Inventar in Sicherheit gebracht war. Wenn ein Haus abgebrannt war, so war die Hilfe der Nachbarn gewiss. Es gab eine Absprache zwischen den Dorfbewohnern, die eine Regelung des Schadens vorsah und die einer Versicherung entsprach. Jeder musste helfen, z. B. bei Transport von Steinen, Holz usw. Ferner musste von den Bewohnern Dachstroh geliefert werden. War das nicht möglich, so musste ein entsprechender Geldbetrag gezahlt werden.

Auch heute gibt es noch die Nachbarschaftshilfe in Form von Arbeitsdiensten, wenngleich zur Hauptsache die Feuerversicherung die Schadensregulierungen übernommen haben.

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Eine große Wende in der Feuerbekämpfung trat ein, als 1939 der zweite Weltkrieg begann. War bisher die Feuerwehr Worpswede in Mevenstedt zur Brandbekämpfung eingesetzt, so traten nunmehr andere Bestimmungen in Kraft. Auch in Mevenstedt wurde eine Feuerwehr gegründet. In den ersten Kriegsjahren waren es nur Ausbildungen mit der Feuerpatsche und an einer kleinen Eimereinstellspritze die jeder Haushalt laut Verordnung haben musste.

Doch bald musste eine richtige Feuerwehr aufgestellt werden, in Mevenstedt war das 1943 der Fall. Nicht nur Männer, sondern auch Frauen wurden im Dienst der Feuerwehr gestellt, denn die meisten Männer wurden zur Wehrmacht eingezogen.

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Der erste Wehrführer der Feuerwehr Mevenstedt wurde Martin Buck, der nach dem Besuch der Feuerwehrschule in Celle Brandmeister wurde. Von einer „Freiwilligen Feuerwehr“ konnte allerdings zu diesem Zeitpunkt noch nicht gesprochen werden, denn jeder musste seinen Dienst tun. Eine Feuerwehr auf freiwilliger Basis wurde nach Kriegsschluss im Jahre 1945 aufgestellt. Geräte zur Brandbekämpfung, die man in Bremen nicht mehr benötigte, wurden von Mevenstedt gekauft und kamen hier zum Einsatz.

Es war ein Anhänger mit Holzrädern, darin war eine Tragkraftspritze mit Schläuchen und Zubehör. Ein altes Auto kam hinzu, das zu einem Pritschenwagen umgebaut wurde.

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Nun konnte die T.S. (Tragkraftspitze) auf das Auto gestellt werden, und der Einsatz ging schneller. Die Unterbringung erwies sich als ein besonderes Problem, denn man konnte sich nicht einigen, wo das Gerätehaus errichtet werden sollte. Es dauerte noch einige Jahre, bis ein passender Platz gefunden wurde. In der Zwischenzeit stand die Ausrüstung der Feuerwehr in den Scheunen der Landwirte, wo grade Platz war.

Als 1949 Martin Buck sein Amt zur Verfügung stellte und ein Nachfolger gesucht wurde, betrug die Stärke der Freiwilligen Feuerwehr 15 Mann. Es waren alles junge Leute, die sich in den Dienst der Feuerwehr stellten, obwohl viele von ihnen grade erst aus der Gefangenschaft entlassen worden waren. Einen Nachfolger zu finden war damals nicht leicht, denn keiner hatte die nötigen Erfahrungen. Nachdem mehrere Vorschläge für die Wahl des neuen Wehrführers gemacht waren, wurde in geheimer Wahl Walter Buck, Sohn von Martin Buck, gewählt.

Als Walter Buck Brandmeister wurde, setzte er sich zunächst dafür ein, dass das Gerätehaus in unmittelbarer Nähe der Schule gebaut wurde. Die Einweihung erfolgte 1952.

Nun waren alle Gerätschaften der Feuerwehr unter einen Dach vereinigt. Als neue Schwierigkeit stellte sich heraus, dass das Auto endgültig abgängig war. Geld für ein neues Fahrzeug konnte die Gemeinde vorerst nicht zur Verfügung stellen, so das es fünf Jahre dauerte, bis endlich 1957 ein neues Fahrzeug in besitz genommen werden konnte.

An dieser Stelle sei aber auch einmal ein Lob allen Feuerwehrmännern ausgesprochen, die immer versucht haben, die Feuerwehr betriebsbereit zu halten, um dort helfen zu können, wo es nötig war. Uniformen usw. wurden selbst gekauft, und das von Männern, die bestimmt nicht im Überfluss lebten. Es war die Kameradschaft, die diese Leute zusammenhielt.

Im Jahre 1959 wurde von der Gemeinde Mevenstedt eine neue Tragkraftspritze gekauft.

Damit besaß die Feuerwehr Mevenstedt jetzt eine gute Ausrüstung. Durch eine Brandstifterserie im Jahre 1961 wurde die Feuerwehr viermal zum Einsatz gerufen.

Zu Schutz der Bevölkerung wurden Streifengänge von den Feuerwehrleuten durchgeführt.

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Bis zum Jahre 1970 erhöhte sich die Mitgliederzahl auf 21 Mann. 1972 wurde die alte Tragkraftspitze durch eine neue ersetzt. Schließlich wurde 1973 das Feuerwehrauto durch ein neues Fahrzeug ersetzt.

Nach 25 jähriger Dienstzeit stellte Brandmeister Walter Buck sein Amt zur Verfügung. In der am 18. Januar 1975 abgehaltenen Wahl wurde Hans Meyerdierks zum Brandmeister der Ortschaft Mevenstedt gewählt.

Durch die Gebiets- und Verwaltungsreform wurde die Gemeinde- Feuerwehr in eine Ortsfeuerwehr umbenannt. Das 1952 erbaute Feuerwehrhaus wurde durch die ansteigende Zahl der Mitglieder zu eng. Es fehlten die sanitären Anlagen und der Geräteraum war zu klein. Da in der alten Mevenstedter Schule noch ungenutzter Raum vorhanden war, konnten der Aufenthaltsraum und die sanitären Anlagen hier untergebracht werden.

Für die Fahrzeughalle wurde ein Neubau errichtet, der mit dem Umbau eine Einheit bildet.

Für die Feuerwehr, die nunmehr aus 26 Mitgliedern besteht, ergeben sich durch die 1980 eingeweihten Bauten gute Räumlichkeiten.

Die Ortsfeuerwehr Mevenstedt wird auch weiterhin bemüht sein die Einwohner der Ortschaft Mevenstedt – Winkelmoor vor Schaden zu bewahren.

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